Gute Korrektur beginnt
mit sauberen Daten.

Woher die Sätze kommen, wie aus Wikipedia-Versionen Fehlerpaare werden und warum die Benchmark nie ins Training gelangt.

In Zahlen

30 Mio.saubere Sätze aus Wikipedia und FineWeb2-HQ
~5 Mio.Korrekturpaare aus Wikipedia-Versionen (Ziel des aktuellen Minings)
15 Mio.Spezialpaare für Groß/klein, Kommas und lautgetreue Schreibung
19.000echte Lernerpaare aus Falko-MERLIN

Quellen

HORST nutzt ausschließlich frei verfügbare Texte. Jede Quelle hat eine klare Rolle – und die Auswertungsdaten werden nie zum Lernen verwendet.

QuelleVerwendungLizenz
Wikipedia (deutsch)saubere Sätze; Versionsgeschichte für KorrekturpaareCC BY-SA 4.0 / GFDL
FineWeb2-HQ (deutsch)saubere Sätze aus dem WebODC-By 1.0
Wikipedia-Edits (Boyd 2018)Fehlerpaare ab Stufe 2CC BY-SA 3.0
Falko-MERLINLernertexte: Train zum Lernen, Dev/Test nur zur AuswertungCC BY 3.0 / CC BY-SA 4.0
OmniGEC (deutscher Teil)1.132 menschliche Wikipedia-Korrekturen; 4.075 gefilterte ForenpaareMIT
german-spelling-dataeigene Fehlerpaaresiehe Datensatz
german-orthoalte Hard-Benchmark, nur AuswertungApache-2.0

Fehlerpaare aus Wikipedia-Versionen

Jede Wikipedia-Seite speichert jede Änderung. Wenn jemand einen Tippfehler verbessert, entsteht ganz nebenbei ein perfektes Lernbeispiel: der Satz vorher und der Satz nachher. HORST gräbt diese Paare systematisch aus.

  1. Versionen laden

    Die Versionsdumps werden in Abschnitten verarbeitet, vier Rechenjobs parallel.

  2. Vergleichen

    Aufeinanderfolgende Versionen werden Satz für Satz gegenübergestellt.

  3. Kleine Änderungen behalten

    Nur Sätze mit wenigen geänderten Wörtern zählen – große Umbauten sind Stil, nicht Korrektur.

  4. Titel merken

    Zu jedem Paar wird der Artikeltitel gespeichert. Das braucht die Dekontamination.

Pro Abschnitt fallen rund 33.000 Paare an. Zwei Abschnitte werden bewusst zurückgehalten: Aus ihnen entsteht die Entwicklungs-Benchmark, auf der Entscheidungen fallen.

Qualitätsfilter

  • Wikipedia-Paare: Änderungen an Zahlen, Namen und Links fliegen raus. Ein geändertes Datum ist eine inhaltliche Korrektur, kein Rechtschreibfehler.
  • Forenpaare: Diese Korrekturen stammen von einem fremden Sprachmodell und neigen zum Umformulieren. Sie kommen nur durch, wenn die Satzzahl gleich bleibt, die Länge um höchstens 20 % schwankt und höchstens jedes fünfte Wort geändert wurde. Ob sie überhaupt helfen, entscheidet ein A/B-Test.

Dekontamination

Eine Benchmark ist nur etwas wert, wenn das Modell ihre Sätze nie gesehen hat. Weil Trainingsdaten und Benchmark teils aus derselben Wikipedia stammen, prüft HORST jede neue Trainingsquelle dreifach:

1

Exakt

Steht ein Benchmark-Satz wörtlich in den Trainingsdaten, fliegt er raus.

2

8-Gramm

Teilt ein Trainingssatz acht Wörter in Folge mit einem Benchmark-Satz, gilt er als Beinahe-Duplikat.

3

Artikel

Alle Versionen der Artikel, aus denen die Benchmark stammt, werden komplett ausgeschlossen.

Geprüft wird gegen die Test- und die Entwicklungs-Benchmark sowie gegen die Dev- und Testsätze von Falko-MERLIN. Ergebnis jedes Laufs ist ein Bericht pro Quelle – das Ziel sind null Treffer.

Gelernte Verwechslungen und Fallen-Sätze

Verwechslungen: Aus allen echten Paaren wird gezählt, welches falsche Wort wie oft durch welches richtige ersetzt wurde. Diese Statistik mit dem Ziel von über 100.000 Einträgen erweitert die handgepflegte Liste im Rauschgenerator – so entstehen künstliche Fehler, die echten ähneln.

Fallen-Sätze: HORSTs größte Schwäche ist Übereifer: Nur 88 % der fehlerfreien Sätze bleiben unverändert. Deshalb kommen gezielt fehlerfreie Sätze ins Training, die viele „verdächtige“ Stellen enthalten. Die richtige Antwort ist dort: nichts ändern.

Spezialfehler: Für Groß- und Kleinschreibung, Kommas und lautgetreue Schreibung entstehen Paare direkt während des Trainings, in beliebiger Menge. Für eine spätere Veröffentlichung liegen zusätzlich 15 Millionen gespeicherte Paare bereit (rund 13,5 GB).

Lizenzen

Die Lizenz der Gewichte ist noch nicht endgültig. Mehrere Quellen stehen unter CC BY-SA, was für die Gewichte eine Share-Alike-Lizenz nahelegen könnte. Für die von einem fremden Sprachmodell korrigierten Forenpaare sind die Nutzungsbedingungen vor einer Veröffentlichung zu klären. Bis dahin gilt: nicht als rechtlich geklärt betrachten.