Die Vorsilbe „ent-“ hat mit dem Ende nichts zu tun: entgegen, entscheiden, entlang. Wörter, die vom „Ende“ kommen, schreibt man mit d: endgültig, endlich, endlos, Endspiel.
EselsbrückeSteckt „Ende“ drin, kommt ein d: Endgültig gilt bis zum Ende.
Für den scharfen s-Laut schreibt man nach kurzem Vokal ss (Fluss, muss, Kuss), nach langem Vokal oder Doppellaut ß (Fuß, Straße, heißen). „Fluß“ ist die alte Schreibung vor der Reform von 1996.
EselsbrückeDer Fluss fließt: kurzes u – ss, langes ie – ß.
Werden Verben oder Adjektive als Nomen gebraucht, schreibt man sie groß: das Laufen, beim Lesen, alles Gute, nichts Neues. Klein bleiben Superlative mit „am“: am besten.
EselsbrückeAchte auf Begleiter: Artikel, beim, zum, etwas, nichts, viel, alles – dahinter wird es meist groß.
Vielen Dank für ihreIhre Nachricht, ich melde mich bei ihnenIhnen.
Die höfliche Anrede schreibt man in allen Formen groß: Sie, Ihnen, Ihr, Ihre – nur „sich“ bleibt klein (Melden Sie sich). „du“ und „ihr“ schreibt man klein; in Briefen darf man sie auch großschreiben.
EselsbrückeGroß ist, wen du siezt – nicht die, über die du sprichst: Ich gebe sie (die Unterlagen) Ihnen.
Ich jogge Sonntagssonntags, heute abendAbend aber nicht.
Nach heute, gestern und morgen sind Tageszeiten Nomen und groß: heute Abend, gestern Morgen. Mit -s am Ende sind es Adverbien und klein: abends, sonntags, montagmorgens.
EselsbrückeMit -s klein, mit Artikel oder nach heute, gestern, morgen groß: sonntags, aber am Sonntag und heute Abend.
Nebensätze trennt man immer mit Komma ab – egal, ob sie vor, nach oder mitten im Hauptsatz stehen. Typische Einleitewörter sind dass, weil, ob, wenn, obwohl und als (als er kam).
EselsbrückeSteht das gebeugte Verb am Ende, ist es meist ein Nebensatz – und der bekommt ein Komma. Bei „ohne dass“ oder „als ob“ steht es vor dem ganzen Ausdruck.
Relativsätze beginnen meist mit der, die, das oder welcher und werden mit Komma abgetrennt. Steht der Relativsatz mitten im Satz, braucht er ein Komma davor und eins dahinter.
EselsbrückeEin eingeschobener Relativsatz steht wie in Klammern: zwei Kommas, nie nur eins.
Beginnt eine Infinitivgruppe mit um, ohne, statt, anstatt, außer oder als, ist das Komma Pflicht – auch wenn sie kurz ist: Sie ging, ohne zu grüßen. Pflicht ist es auch, wenn sie von einem Nomen abhängt (der Plan, früh aufzubrechen) oder ein Hinweiswort wie „daran“ auf sie verweist (Er dachte nicht daran, so früh aufzugeben). Sonst ist das Komma meist freigestellt: Ich habe vergessen(,) anzurufen.
EselsbrückeSteht um, ohne, statt, anstatt, außer oder als vor dem zu, setzt du davor ein Komma – und bei einem Einschub auch dahinter.
Teilen sich beide Teile ein Subjekt, das nur einmal dasteht, kommt kein Komma vor „und“: Ich koche und decke den Tisch. Verbindet „und“ zwei vollständige Hauptsätze mit eigenem Subjekt, darf man ein Komma setzen, muss aber nicht: Ich koche(,) und du deckst den Tisch.
EselsbrückePflicht ist das Komma vor „und“, wo ein eingeschobener Nebensatz endet und der übergeordnete Satz weiterläuft: Ich hoffe, dass es klappt, und freue mich darauf. Verbindet „und“ gleichrangige Nebensätze, steht keins: Ich weiß, dass er kommt und dass du gehst.
Standardsprachlich verlangt „wegen“ den Genitiv: wegen des Regens, wegen der Hitze. Der Dativ (wegen dem Regen) ist umgangssprachlich – in Bewerbungen, Briefen und Hausarbeiten besser den Genitiv nehmen.
EselsbrückeWegen wessen? Wegen des Regens. Und statt „wegen mir“ heißt es „meinetwegen“.
Bei Ungleichheit, also nach einem Komparativ, steht „als“: größer als, besser als, anders als. Bei Gleichheit steht „wie“: so groß wie, genauso gut wie.
EselsbrückeGleich mit wie, ungleich mit als. Die Doppelung „als wie“ ist umgangssprachlich.
Genau genommen meint „derselbe“ ein und dasselbe Ding, „der gleiche“ ein zweites von gleicher Art. Zusammen schreibt man derselbe, dieselbe, dasselbe; getrennt der gleiche und Formen mit Präposition wie im selben Haus oder zur selben Zeit.
EselsbrückeTrägst du dasselbe Hemd wie gestern, hast du es nicht gewechselt. Trägst du das gleiche Hemd wie dein Kollege, gibt es zwei davon.
Der Bus hat scheinbaranscheinend Verspätung, er ist noch nicht da.
„anscheinend“ heißt: allem Anschein nach, es stimmt wohl. „scheinbar“ heißt: Es sieht nur so aus, stimmt aber nicht – Er hörte scheinbar zu, in Wahrheit träumte er.
EselsbrückeWas scheinbar so ist, ist nur Schein. Was anscheinend so ist, ist allem Anschein nach wahr.
„gar nicht“, „gar kein“ und „gar nichts“ schreibt man immer getrennt. Bei „zu Hause“ empfiehlt der Duden getrennt und mit großem H; „zuhause“ in einem Wort ist ebenfalls erlaubt.
Eselsbrücke„garnicht“ gibt es gar nicht. Das Nomen schreibt man immer zusammen und groß: mein Zuhause.
Zusammengesetzte Nomen schreibt man in einem Wort. Bei langen oder unübersichtlichen Wörtern darf ein Bindestrich gliedern (Mehrzweck-Küchenmaschine), ein Leerzeichen ist dagegen nie richtig.
EselsbrückeEin Ding, ein Wort: Englisch coffee machine, deutsch Kaffeemaschine.
Das Genitiv-s hängt man ohne Apostroph an: Andys Fahrrad, Sabines Auto. Endet ein Name auf einen s-Laut (etwa s, ß, x, z), steht statt des s nur ein Apostroph: Andreas’ Buch, Max’ Rad. Bei Namen von Läden oder Firmen erlaubt das amtliche Regelwerk beides: Andys Imbiss oder Andy’s Imbiss.
EselsbrückeZischt der Name am Ende, ersetzt der Apostroph das s – sonst kommt das s ohne Apostroph.
Punkt, Komma, Frage- und Ausrufezeichen, Doppelpunkt und Semikolon folgen ohne Leerzeichen auf das Wort davor; danach steht ein Leerzeichen. Anders der Gedankenstrich: Er hat auf beiden Seiten ein Leerzeichen.
EselsbrückeSatzzeichen kleben links und halten rechts Abstand.
Kein Eintrag gefunden. Versuch ein anderes Stichwort oder wähle die Kategorie „Alle“.
Und HORST?
Kein Regelwerk, nur Beispiele.
HORST hat keine dieser Regeln je gelesen. Es lernt genau solche Muster aus Millionen Beispielsätzen – fehlerhaft und korrigiert – und überträgt sie auf neue Texte.